



Buy Valmiki's Daughter Reprint by Mootoo, Shani (ISBN: 9780887848377) from desertcart's Book Store. Everyday low prices and free delivery on eligible orders. Review: Wer hier regelmäßig mitliest hat es schon mitbekommen: Shani Mootoo halte ich trotz ihres durchaus vorhandenen Erfolges für eine der unterschätzteren Schriftstellerinnen der jüngeren Moderne. Sowohl ihr Debüt Cereus blooms at Night als auch der Nachfolger He Drown She in the Sea hätten mindestens einen der größeren internationalen Literaturpreise verdient gehabt. Und auch am bisher jüngsten Roman Valmikis Daughter zeigt sich wieder Mootoos Meisterschaft. Geschickt schafft sie es aus einer einfachen Erzählung zahlreiche sich kommentierende Perspektiven und Zeitebenen zu entwickeln, ohne dass es wie manch andere moderne Romane vor allem wie eine Bühne für die Autorin wirkt, ihr Talent zu präsentieren. Ja: beinahe ohne, dass der Leser überhaupt merkt, wie vielschichtig die Erzählung eigentlich ist. Das beeindruckte schon besonders in Cereus Blooms at Night. Dennoch tut man gut daran, sich beim Lesen die Komplexität vergegenwärtigen: Denn Valmikis Daughter kennt mindestens zwei Arten von Zeitsprüngen: den eher auktorialen, dem zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit was Vergangenes betrifft zugeschrieben werden muss, und den aus der Erinnerung entwickelten. Der teilt sich nocheinmal auf in innere Erinnerung, die zumindest subjektiv geglaubt wird, aber teils auch vom Erinnernden in Frage gestellt und Erzählung – das modifizieren der Erzählung je nach Situation und Publikum ist ein zentrales Thema des Romans. Ebenfalls wie bereits in Cereus Blooms at Night dreht sich der Roman unter anderem um homosexuelles/queeres Leben oder Nichtleben in der Karibik, wobei Mootoo erstmals offen Trinidad als Ort der Handlung wählt. Ihre beiden früheren Romane spielten auf fiktiven Karibikinseln. Und ebenfalls einmal mehr verengt Mootoo den Blick nicht auf dieses eine Thema, sondern versucht sich an einem dichten aber breit ausgreifenden Gesellschaftsbild. Auch stilistisch, sprachlich, ist das wieder genial vermittelt. Jedem der vier Hauptteile ist eine in der ungewohnten Du-form verfasste Reise in einen Teil des Karibikstaates vorangestellt, der wild Eindrücke auf den Leser einprasseln lässt, die dann im Hauptteil entwickelt und mit Handlung gefüllt werden. Mootoo zeigt sich auch wieder als Meisterin der Dialekt- und Soziolekt-Gestaltung. Jeder Mootoo Roman bisher wurde zudem an einem Symbol entlang entwickelt. In Cereus Blooms at Night ist das die namensgebende Blume, die gewissermaßen die Blüte des sich irgendwann offen zu seiner Transgender-Identität bekennenden Krankenpflegers antizipiert, in He Drown She in the Sea der Gegensatz von kanadischen Bergen und karibischen Meer, und in Valmikis Daughter wird das Thema des verschleierns großer Teile der eigenen Identität von den Vögeln symbolisiert, die der Vater Valmiki in Käfigen auf der Veranda hält. Valmikis Daughter Erzählt die Geschichte des homorsexuellen Valmiki, der nicht nur eine Frau heiratet und Kinder zeugt, wie man es von ihm erwartet, sondern auch noch als Playboy regelmäßig halb offene Affären mit anderen Frauen hat (allerdings auch verdeckte mit Männern, von denen er glaubt, dass seine Frau nicht Bescheid weiß). Dass die Tochter Viveka sich wenig weiblich kleidet, relativ stämmig gebaut ist und kein Interesse an Jungs zeigt wird in dieser Familie mit Sorge zur Kenntnis genommen (allerdings: nicht, dass sie keine Probleme bekäme, zeigte sie z u v i e l Interesse an Jungs). Viveka ihrerseits studiert, versucht sich der (ziemlich übergriffigen) Annäherungen ihres „besten Freundes“ Elliot zu erwehren, will diesen aber auch nicht ganz von sich stoßen, und sucht vor allem auch ihre sexuelle Identität. Dann ist da noch der Freund der Familie Nayan, der verheiatet mit einer sehr attraktiven Französin aus Kanada und Europa zurückkehrt und gerne die väterliche Kakaoplantage umkrempeln würde. Von der Restriktivität Indisch-Trinidadischen Upper Class ist die Französin Anick regelrecht abgestoßen. Sie beginnt eine Affäre mit Viveka. In diesem Spannungsfeld wird neben den offensichtlichen Dingen die gesamte Trinidadische spannungsvolle Sozialstruktur durchgearbeitet, und die Stellung des indischen Teils der Bevölkerung seit seiner Ankunft als indetured Labourers verfolgt. Im Gegensatz zu den Vorgängern hat der Roman ein paar kleinere Unwuchten. So führt Mootoo hier erstmals eine Figur ein, die quasi als Sprachrohr der Autorin dient: Viveka kann schon das ein oder andere Mal in einer eher ausholend-essayistischen Tonfall verfallen. Allerdings geschieht das selten genug und die Protagonistin ist gebrochen genug, als dass es im Roman glaubwürdig bleibt. Störender wirkt, dass ausgerechnet der arrogante Nayan im Gespräch mit Viveka eine mehrere Seiten lange Selbsterkenntnis in den Mund gelegt bekommt, die zwar höchst kenntnisreich die besondere Verlorenheit der sich an ihrem Indisch-sein festklammernden, von indischer Kultur allerdings wenig wissenden Trinidader „Inder“ analysiert und zugleich auch noch die Kompensationsfunktion des einheimischen Machismo, was allerdings aus diesem Mund eben einfach zu durchanalysiert wirkt. Auch dass Handlungsstränge (die Homosexualität des Vaters, die Aufdringlichkeit Elliots) über lange Strecken des Buches vergessen, nicht weiter entwickelt werden, weil plötzlich das Dreieck Viveka-Nayan-Anick deutlich interessanter erscheint, kennt man so von Mootoo nicht. Daher landet Valmikis Daughter unter den jeweils relevanten Romanen Mootoos dann bei mir auch „nur“ auf den dritten Platz. Dabei bleibt es ein hoch lesenswertes Buch, und ich kann allen, die es bisher verpasst haben, das Gesamtwerk dieser Autoren nur nahe legen. Review: An interesting dilemma in a strange world. This is a fascinating read with beautiful language. Shani Mootoo is definitely an author for whose books I will look from now on.
| Best Sellers Rank | 2,492,751 in Books ( See Top 100 in Books ) 1,144,256 in Literature & Fiction (Books) |
| Customer reviews | 4.4 4.4 out of 5 stars (9) |
| Dimensions | 12.7 x 2.54 x 20.32 cm |
| Edition | Reprint |
| ISBN-10 | 0887848370 |
| ISBN-13 | 978-0887848377 |
| Item weight | 408 g |
| Language | English |
| Print length | 398 pages |
| Publication date | 1 Sept. 2010 |
| Publisher | House of Anansi Pr |
S**H
Wer hier regelmäßig mitliest hat es schon mitbekommen: Shani Mootoo halte ich trotz ihres durchaus vorhandenen Erfolges für eine der unterschätzteren Schriftstellerinnen der jüngeren Moderne. Sowohl ihr Debüt Cereus blooms at Night als auch der Nachfolger He Drown She in the Sea hätten mindestens einen der größeren internationalen Literaturpreise verdient gehabt. Und auch am bisher jüngsten Roman Valmikis Daughter zeigt sich wieder Mootoos Meisterschaft. Geschickt schafft sie es aus einer einfachen Erzählung zahlreiche sich kommentierende Perspektiven und Zeitebenen zu entwickeln, ohne dass es wie manch andere moderne Romane vor allem wie eine Bühne für die Autorin wirkt, ihr Talent zu präsentieren. Ja: beinahe ohne, dass der Leser überhaupt merkt, wie vielschichtig die Erzählung eigentlich ist. Das beeindruckte schon besonders in Cereus Blooms at Night. Dennoch tut man gut daran, sich beim Lesen die Komplexität vergegenwärtigen: Denn Valmikis Daughter kennt mindestens zwei Arten von Zeitsprüngen: den eher auktorialen, dem zumindest eine gewisse Glaubwürdigkeit was Vergangenes betrifft zugeschrieben werden muss, und den aus der Erinnerung entwickelten. Der teilt sich nocheinmal auf in innere Erinnerung, die zumindest subjektiv geglaubt wird, aber teils auch vom Erinnernden in Frage gestellt und Erzählung – das modifizieren der Erzählung je nach Situation und Publikum ist ein zentrales Thema des Romans. Ebenfalls wie bereits in Cereus Blooms at Night dreht sich der Roman unter anderem um homosexuelles/queeres Leben oder Nichtleben in der Karibik, wobei Mootoo erstmals offen Trinidad als Ort der Handlung wählt. Ihre beiden früheren Romane spielten auf fiktiven Karibikinseln. Und ebenfalls einmal mehr verengt Mootoo den Blick nicht auf dieses eine Thema, sondern versucht sich an einem dichten aber breit ausgreifenden Gesellschaftsbild. Auch stilistisch, sprachlich, ist das wieder genial vermittelt. Jedem der vier Hauptteile ist eine in der ungewohnten Du-form verfasste Reise in einen Teil des Karibikstaates vorangestellt, der wild Eindrücke auf den Leser einprasseln lässt, die dann im Hauptteil entwickelt und mit Handlung gefüllt werden. Mootoo zeigt sich auch wieder als Meisterin der Dialekt- und Soziolekt-Gestaltung. Jeder Mootoo Roman bisher wurde zudem an einem Symbol entlang entwickelt. In Cereus Blooms at Night ist das die namensgebende Blume, die gewissermaßen die Blüte des sich irgendwann offen zu seiner Transgender-Identität bekennenden Krankenpflegers antizipiert, in He Drown She in the Sea der Gegensatz von kanadischen Bergen und karibischen Meer, und in Valmikis Daughter wird das Thema des verschleierns großer Teile der eigenen Identität von den Vögeln symbolisiert, die der Vater Valmiki in Käfigen auf der Veranda hält. Valmikis Daughter Erzählt die Geschichte des homorsexuellen Valmiki, der nicht nur eine Frau heiratet und Kinder zeugt, wie man es von ihm erwartet, sondern auch noch als Playboy regelmäßig halb offene Affären mit anderen Frauen hat (allerdings auch verdeckte mit Männern, von denen er glaubt, dass seine Frau nicht Bescheid weiß). Dass die Tochter Viveka sich wenig weiblich kleidet, relativ stämmig gebaut ist und kein Interesse an Jungs zeigt wird in dieser Familie mit Sorge zur Kenntnis genommen (allerdings: nicht, dass sie keine Probleme bekäme, zeigte sie z u v i e l Interesse an Jungs). Viveka ihrerseits studiert, versucht sich der (ziemlich übergriffigen) Annäherungen ihres „besten Freundes“ Elliot zu erwehren, will diesen aber auch nicht ganz von sich stoßen, und sucht vor allem auch ihre sexuelle Identität. Dann ist da noch der Freund der Familie Nayan, der verheiatet mit einer sehr attraktiven Französin aus Kanada und Europa zurückkehrt und gerne die väterliche Kakaoplantage umkrempeln würde. Von der Restriktivität Indisch-Trinidadischen Upper Class ist die Französin Anick regelrecht abgestoßen. Sie beginnt eine Affäre mit Viveka. In diesem Spannungsfeld wird neben den offensichtlichen Dingen die gesamte Trinidadische spannungsvolle Sozialstruktur durchgearbeitet, und die Stellung des indischen Teils der Bevölkerung seit seiner Ankunft als indetured Labourers verfolgt. Im Gegensatz zu den Vorgängern hat der Roman ein paar kleinere Unwuchten. So führt Mootoo hier erstmals eine Figur ein, die quasi als Sprachrohr der Autorin dient: Viveka kann schon das ein oder andere Mal in einer eher ausholend-essayistischen Tonfall verfallen. Allerdings geschieht das selten genug und die Protagonistin ist gebrochen genug, als dass es im Roman glaubwürdig bleibt. Störender wirkt, dass ausgerechnet der arrogante Nayan im Gespräch mit Viveka eine mehrere Seiten lange Selbsterkenntnis in den Mund gelegt bekommt, die zwar höchst kenntnisreich die besondere Verlorenheit der sich an ihrem Indisch-sein festklammernden, von indischer Kultur allerdings wenig wissenden Trinidader „Inder“ analysiert und zugleich auch noch die Kompensationsfunktion des einheimischen Machismo, was allerdings aus diesem Mund eben einfach zu durchanalysiert wirkt. Auch dass Handlungsstränge (die Homosexualität des Vaters, die Aufdringlichkeit Elliots) über lange Strecken des Buches vergessen, nicht weiter entwickelt werden, weil plötzlich das Dreieck Viveka-Nayan-Anick deutlich interessanter erscheint, kennt man so von Mootoo nicht. Daher landet Valmikis Daughter unter den jeweils relevanten Romanen Mootoos dann bei mir auch „nur“ auf den dritten Platz. Dabei bleibt es ein hoch lesenswertes Buch, und ich kann allen, die es bisher verpasst haben, das Gesamtwerk dieser Autoren nur nahe legen.
E**N
An interesting dilemma in a strange world. This is a fascinating read with beautiful language. Shani Mootoo is definitely an author for whose books I will look from now on.
A**T
Great book and condition
K**B
One of THE BEST books.
Trustpilot
5 days ago
1 month ago